Was ist CBD? Fakten über das „Wundermittel“ #1

Die ersten Berührungspunkte

Bereits einige Jahre ist es her, dass eine Freundin von CBD erzählte: Ein Öl aus der Hanfpflanze, ohne THC (nicht berauschend) aber dafür wunderbar als alltägliches Mittel zum Entspannen. Man nimmt einige Tröpfchen morgens und einige Tröpfchen abends und gleitet so entspannt durch den Tag.

Wie so oft, braucht es dann noch einige Berührungspunkte mehr, bis die Aufmerksamkeit für eine, bisher völlig neue Sache, so richtig aufblüht. Bei mir waren es die Medien – immer öfter las ich von CBD und als es dieses Wunder-Öl dann plötzlich auch in den führenden Drogerien gab, hat es mich gepackt: CBD ich komme!

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Vielleicht fragst du dich jetzt: „Was ist CBD? Das habe ich ja noch nie gehört!“ Kein Problem, hier kommt ein kleiner Exkurs:

Was ist CBD – ein Exkurs

  • CBD ist die Abkürzung von Cannabidiol
  • CBD ist einer von vielen Bestandteilen der Hanfpflanze
  • In CBD verschiedene sind Cannabinoide enthalten
  • Cannabinoide sind chemische Verbindungen in der Hanfpflanze
  • Cannabinoide sind sehr unterschiedlich in ihrer Wirkung
  • Sowohl THC als auch CBD sind Cannabinoide
  • Im Gegensatz zu THC ist CBD nicht psychoaktiv
  • CBD Produkte enthalten in der Regel unter 0,2% THC

Wo bekomme ich CBD eigentlich her?

Die Frage, wo man CBD kaufen kann, ist wesentlich schneller beantwortet als die aktuelle Rechtslage rund um den Verkauf. CBD Produkte wie das 5% CBD-Öl oder die Kaugummis bekam oder bekommt man in Drogerien oder sogar in gut sortierten Supermärkten. Ich formuliere hier so diffus wie möglich, denn die Lage ändert sich aktuell (Stand Nov. 2019) noch alle paar Tage. Die eine Drogerie nimmt das Öl aus dem Sortiment, die andere zieht nach – nur um dann nach ein paar Wochen, doch wieder mit dem Verkauf von CBD Öl oder CBD Kaugummis fortzufahren. So einige Fans werden wahrscheinlich regelmäßig verzweifeln, wenn die Regale vom einen auf den anderen Tag plötzlich wieder leer sind. Und auch ich habe direkt mal zwei Kaugummi-Päckchen mitgenommen, man weiß ja nie, ob es sie beim nächsten Supermarktbesuch immer noch gibt.

Shops nur für CBD

Seit einiger Zeit gibt es auch immer mehr Shops, die ausschließlich CBD vertreiben. Die größte Vielfalt an Shops gibt es online, aber es gibt auch immer mehr stationären Einzelhandel. Also kleine Shops oder Boutiquen, die CBD Produkte vor Ort anbieten und – im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten – fachkundig beraten.

Wieso gibt es CBD nicht immer und überall?

Kommen wir also zu den Hintergründen… Ohne wirklich tief eingestiegen zu sein, habe ich in den letzten Monaten aber immer wieder mitbekommen, dass das Hin- und Her der Verfügbarkeit durch die uneindeutige Rechtslage herrührt. Aktuell liegt es immer noch in einer gewissen Grauzone, ob der Verkauf von CBD legal ist. In der jüngeren Vergangenheit gab es etliche Razzien in CBD Shops.

Und das alles wegen ein bisschen Hanf?

Wie ja im Exkurs bereits geschildert, handelt es sich bei CBD nicht um ein Betäubungsmittel, sondern um nicht-psychoaktive Bestandteile der Hanf Pflanze. Vielleicht hast du selbst schon gesehen, dass es sehr viele Produkte aus Hanf – und zwar in den verschiedensten Lebensbereichen – gibt: Dämmstoffe aus Hanf, Hanfsamen für’s Müsli oder Hanföl als Superfood.
Aber wo liegt nun der Unterschied zwischen diesen, völlig unumstrittenen Produkten, und dem CBD?

Rechtliche Grauzone

CBD fällt unter die „Novel-Food-Verordnung“. Bisher konnte noch nicht geklärt werden, ob es sich um ein Nahrungsmittel oder ein Nahrungsergänzungsmittel handelt. Und auch wenn der THC-Gehalt unter 0,2% liegt, gibt es auch noch keine eindeutige Sachlage zum Thema Verkehrstüchtigkeit.

Und auch die Langzeitwirkung und die gesundheitlichen Auswirkungen sind bis dato einfach noch nicht genügend erforscht, um eindeutige Aussagen treffen zu können.

Wer mag, kann sich mal die Seite vom BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) anschauen. Auch hier kann der Eindruck gewonnen werden, dass die aktuelle Lage einfach noch ziemlich diffus ist. Das Fazit auf deren Seite spiegelt dies ganz gut wider:

Fazit

Aus Sicht des BVL muss für CBD-haltige Erzeugnisse vor dem Inverkehrbringen entweder ein Antrag auf Zulassung eines Arzneimittels oder ein Antrag auf Zulassung eines neuartigen Lebensmittels gestellt werden. Im Rahmen dieser Verfahren ist die Sicherheit des Erzeugnisses vom Antragsteller zu belegen.

https://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQs/FAQ_Cannabidiol/FAQ_Cannabidiol_node.html *
Was ist CBD

Geheim-Produkt CBD?

Ein weiterer Punkt, der mich in dieser Diskussion ebenfalls verwirrt: Händler dürfen zur Zeit keine Empfehlungen für die Dosierung geben und auch nicht auflisten, was CBD bewirken kann oder „für was es gut ist“. Dies führt dazu, dass es in einem Land, wo eigentlich wirklich alles geregelt ist und ich sogar für meinen Badezusatz einen Beipackzettel bekomme, CBD-Produkte ohne jegliche Beschreibung/Anleitung verkauft werden.

Während die CBD Produkte einer bekannten Nahrungsergänzungsmittel-Firma auf dem Umkarton eine empfohlene Verzehrmenge angeben (die laut CBD-Erprobten aber durchaus zu gering sein könnte), habe ich schon genauso viele Verpackungen gesehen, die entweder gar keine Beschreibung beinhalten oder aber völlig absurde. So wird vom Hersteller des Drogeriemarkt-Öls folgendes unter „Anwendung und Gebrauch“ empfohlen: „Täglich 1 Tropfen Aroma-Öl auf ein Kissen träufeln.“

Und auch bei CBD-Blüten handelt es sich laut Packung meist um ein „Potpourri“, welches selbstverständlich nicht erhitzt werden darf…

Es scheint sich also wirklich um eine Art CBD-Geheimbund zu handeln. Mitglieder wissen sich mit Erfahrungsberichten oder Selbstexperimenten zu helfen. Und alle anderen träufeln sich ihr CBD-Öl auf’s Kopfkissen: Elegant gelöst!

THC oder CBD

Mittlerweile gibt es ja einige seriöse Reportagen und Selbstversuche mit und über CBD. Empfehlen kann ich zB. die puls Reportage* „Was taugt CBD ? und was ist erlaubt?“, in der auch u.a.ganz klar gezeigt wird, dass bei Drogenschnelltests eben auch der CBD-Konsum anschlagen kann.

Und wie ein sogenannter Ordnungshüter feststellen kann, ob es sich bei meinem Reisegepäck wirklich nur um ein Tütchen mit CBD Blüten handelt, ist mir ein Rätsel. Denn eines kann ich bereits vorwegnehmen: Auch wenn die Wirkung eine völlig andere ist, für mich als Laie gibt es keine Unterschiede in Optik und Geruch.

Und selbst die bereits genannten CBD Kaugummis wurden, laut eines Zeitungsberichts, in Bayern bei einer Polizeikontrolle beschlagnahmt.

Völlig ohne Nebenwirkungen?

Und wo wir bereits schon bei den „dunklen“ Seiten von CBD angelangt sind… Noch vor einigen Monaten, als ich mich zum ersten Mal für CBD interessierte, machte ich eine kurze Recherche zu Nebenwirkungen. Ich suchte beispielsweise nach möglichen Auswirkungen auf die Leber, da diese ja bekanntermaßen bei vielen Genuss -oder Arzneimitteln nicht gerade mit Applaus reagiert.
Während ich aber also noch vor kurzer Zeit keine Berichte über gesundheitsschädliche Nebenwirkungen fand, sprießen jetzt die bunten Schlagzeilen à la „Leberschäden durch CBD“ wie Pilze aus dem Boden. Es wird sich also noch zeigen, ob es tatsächlich keinerlei bedenkliche Nebenwirkungen gibt.

Die Wirkung von CBD wird seit einigen Jahren umfassend erforscht. Aktuell wird aber noch viel „vermutet“ – die absolute Gewissheit über Wirkung und Nebenwirkung steht noch aus.

Mein erstes Mal CBD

Mein erstes Mal mit CBD war recht unspektakulär. Vielleicht lag es daran, dass ich mich nicht an den Rat meiner Freundin gehalten habe, und (aus purem Geiz) nur ein 5%iges Öl gekauft habe. Ehrlich gesagt, waren mir aber auch schon die ca. 35 Euro, die dieses „schwache“ Öl kosteten, für ein Experiment völlig ausreichend – um nicht zu sagen: Über 60 Euro für ein Fläschchen 10%-iges Öl, ohne die Wirkung zu kennen, waren mir einfach zu teuer.

Wie schmeckt CBD Öl

Kommen wir zum ersten Punkt meines CBD Selbstexperiments: CBD Öl schmeckt gewöhnungsbedürftig! Falls du schon mal Hanföl probiert hast, kannst du dir ungefähr vorstellen, in welche Richtung der Geschmack geht. Sehr streng, etwas nussig und unglaublich intensiv.
Mittlerweile habe ich aber nicht nur das 5% Öl aus dem Drogeriemarkt, welches ich eben geschmacklich beschrieben habe, gekostet, sondern auch einige andere.
So schmeckt das 10% Öl eines Darmstädter CBD- Startups sehr viel angenehmer, milder und eher nach Gras – ja, sowohl als auch…

Wie schmeckt Sleep CBD?

Das Sleep CBD Öl mit Baldrian, Hopfen und Lavendel ist hingegen ein Geschmackserlebnis der besonderen Art. Hier dominiert nicht nur der scharf-bittere Geschmack des CBDs, sondern weitere sehr streng schmeckende Elemente. Wer da an lieblichen Lavendeltee oder an ein erfrischendes Bier (Hopfen) denkt, wird beim ersten Taste-Test eine Überraschung erleben. Das Darmstädter CBD Öl mit Melatonin hingegen ist fast geschmacksneutral und sehr mild.

Wie schmecken CBD Kaugummis?

Die Kaugummis sind übrigens ausgesprochen lecker, schmecken wie normale „gute“ Kaugummis und sind für alle, die Probleme mit dem Geschmack von CBD haben, eine wirklich leckere Alternative.

Kann man CBD rauchen?

Wer bei Cannabinoid sofort auch an Cannabis denkt, wird zumindest bei einem Produkt viele Parallelen feststellen: CBD Blüten
In meiner Recherche konnte ich feststellen, dass dies das wohl umstrittenste CBD Produkt ist. Wer CBD Blüten in seinem Shop anbietet, beweist zumindest schon mal sehr viel Mut, denn in Vergangenheit war es genau dieses Produkt, welches (unter anderem) zu Razzien quer durch Deutschland führte.
Woran dies genau liegt, mag ich nicht beurteilen – der einfachste (aber auch simpelste) Grund könnte die Annahme sein, dass CBD Blüten nicht eindeutig von THC-haltigem Gras zu unterscheiden sind.

Das Gesetz und die Grauzone

Hier kommt dann das Betäubungsmittelgesetz in’s Spiel, das in Bezug zu Hanf sagt, dass…

„der Verkehr […] ausschließlich gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dient, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen“

Es liegt aktuell also an den Anbietern (Inverkehrbringern) von CBD Blüten, ob der THC-Gehalt im „legalen“ Bereich von unter 0,2% liegt UND ob dies regelmäßig und seriös getestet wird.
Und ob man nun das Betäubungsmittelgesetz nun so interpretiert, dass der Gesetzeshüter bei CBD Blüten von vornherein davon ausgehen muss, dass dies nicht der Fall ist, bleibt jedem selbst überlassen.

CBD Blüten rauchen

Und ja, auch wenn Hersteller auf den Packungen davon abraten (müssen), CBD Blüten über 100 Grad zu erhitzen: Auch diese Blüten kann man rauchen.
Und ja, eine selbstgedrehte CBD Zigarette sieht täuschend echt aus wie ein Joint und riecht auch ähnlich, vielleicht nicht ganz so intensiv.
Geschmacklich hat es wohl wenig Ähnlichkeiten, bei Ex-Kiffern weckt es aber bei einigen doch nostalgische Erinnerungen.

Meine Erfahrungen mit CBD

Im zweiten und dritten Teil dieser kleinen Serie erzähle ich offen und ehrlich über meine Erfahrungen mit CBD. Ob es wirklich ein Wundermittel ist, ob es mir geholfen hat und mehr.


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